Geschichte des Ski-Club Sundern

Vorübergehend gab es bereits vor dem 2.Weltkrieg in Sundern einen Ski-Club. Die offizielle Gründung des Ski-Club Sundern erfolgte bei steigendem Interesse am Wintersport im ehemaligen Hotel Ashölter in Sundern am 7.1.1954. Die Vereinsgeschichte begann mit 65 skibegeisterten Mitgliedern. Es erfolgte direkt die Aufnahme in den 1948 gegründeten WSV. Ein Problem stellte zu der Zeit die Ausbildung zum Skilehrer bzw. Übungsleiter dar.


Von Beginn an war dem SC die Förderung der Jugend ein wichtiges Anliegen. Ab dem Winter 1955 bis 1959 erfolgte die Teilnahme von Jugendlichen an den Jugendskitagen in Usseln, Langewiese, Gierkhausen und Neuastenberg.

In den Gründungsjahren stand neben dem sportlichen Aspekt der Anspruch auf das Naturerleben im Homert- und Lennegebirge im Vordergrund, so dass das Skiwandern den größten Teil des Wintersports ausmachte. Es gab wöchentliche Skiwanderungen im Sunderner Umfeld sowie eine jährliche Zweitagestour im Rothaargebirge, ab 1965 erfolgte die Teilnahme an den vom WSV angebotenen Dreitages-Skiwanderungen im Hochsauerland. Als der WSV eine "Skikarte Sauerland" herausbringen wollte, beteiligten sich Mitglieder des Clubs an Planung und Ausführung. Für drei Skiwanderwege wurde die Patenschaft übernommen.


Bereits 1954 wurden die ersten Orts- und Vereinsmeisterschafen im Ski-Langlauf in Sundern auf dem Franziskus durchgeführt. Zur Erinnerung an diese Gründerzeit führt der Ski-Club die Franziskuskapelle mit davor abgestellten Skiern in seinem Vereinswappen. Der Torlauf erfolgte am Hengstenberg in Sundern.
Im Folgejahr fand in Wildewiese die erste Meisterschaf des Amtes Sundern im Torabfahrtslauf und Skilanglauf statt. Der 1. Preis war als Geschenk der Gemeinde 1 Paar Skier. In den weiteren Jahren wird bei ausreichender Schneelage jährlich zusammen mit der Ski-Gilde Stockum eine Amts- bzw. Stadtmeisterschaft ausgetragen. 2001 konnte als besonderes Highlight der fünffache World-Cup-Sieger Marc Giradelli für die Siegerehrung gewonnen werden.


In den ersten Jahren erfolgte bei ausreichender Schneelage auch ein Abfahrtstraining auf "Lurmes Kamp" in Sundern. Ab 1960- 1995 wurde jährlich für Kinder und Jugendliche eine fünftägige Skifreizeit in der Jugendherberge Neuastenberg durchgeführt. Zur Förderung des Wintersports bei den Kindern wurde von 1963-1967 für die Schüler der Marienschule ein Skitag mit wettkampfmäßigen Abfahrten und Langläufen organisiert.


Es entwickelten sich neue Aktivitäten wie Waldläufe und regelmäßige Fahrradtreffs. 1969 wurden wöchentliche Trainingsabende für Erwachsene als auch für Kinder und Jugendliche eingeführt. Anfangs fand dieses Skitraining in der Turnhalle der Marienschule, später auch in der Turnhalle des neuen Sportzentrums statt. Das Training wurde auf 2 Abende ausgeweitet Dieses Hallentraining ist auch weiterhin fester Bestandteil des Jahresprogrammes.
In den 70-er Jahren war die Zeit des sommerlichen Grasskifahrens auch im SC Sundern angekommen. Es wurden vereinseigene Gras-Ski angeschafft und auf "Allendorfs Wiese" wurde mit Skilift trainiert, auch die Teilnahme an Meisterschaften erfolgte. Auf Dauer konnte sich diese sommerliche Alternative des Skisports allerdings nicht durchsetzen. In den Sommermonaten wurden gemeinsame Wanderungen und Radtouren, häufig mit Übernachtungen in Jugendherbergen, durchgeführt. 1958 z.B. führte eine 10-tägige Radtour bis Kassel. Seit 1983 erfolgt eine jährliche geführte Tagesradtour.


Neben den Radtouren sind auch Wanderungen weiterhin fester Bestandteil der Sportangebote. Dazu zählen u. a. der traditionelle Emmausgang, die beliebte Frühwanderung mit Frühstück in der Skihütte sowie die Ferienwanderungen mit anschließendem geselligen Beisammensein. Hinzu kamen jährlich mehrere Tages- sowie die Seniorenwanderungen. Seit 1977 steht, mit kurzen Unterbrechungen, eine jährliche Mehrtageswanderung in verschiedenen Wandergebieten auf dem Programm (u.a. Mosel-Höhenweg, Rotweinwanderweg, Rheinsteig, Rothaarsteig, Urwaldsteig, Schiefersteig, 2017 mehrtägige Hüttenwanderung im Nationalpark Hohe Tauern). Abgerundet wurde das Jahresprogramm seit den 70-er Jahren durch gesellige Veranstaltungen in Form eines jährlichen Kartoffelbratens, in den ersten Jahren in Klosterbrunnen mit Übernachtung in der Klosterherberge, ab 1975 in der neu errichteten Skihütte in Röhrenspring, wo seitdem auch die Nikolausfeiern, Grünkohlessen, Oktoberfeste stattfinden.


Seit 1969 richtete der Skiclub Sundern die beliebten Volksskiläufe aus. Bereits im Folgejahr starteten bei 1 m Pulverschnee über 1000 Skiläufer, so dass in Wildewiese ein Verkehrschaos entstand und die weiteren Veranstaltungen in Klosterbrunnen ausgetragen wurden. Nach schneearmen Wintern wurde als Ersatz ein Volkswandertag organisiert, auch hier lagen die Teilnehmerzahlen z.T. bei 800 Wanderern. Beide Veranstaltungen waren für jedermann offen, es wurden Strecken über 5, 10, 20 und 40 km angeboten. Aufgrund der schlechten Schneeverhältnisse und der rückläufigen Teilnehmerzahlen an den Volkswandertagen wurden diese Veranstaltungen ab 1991 aus dem Terminkalender gestrichen. Parallel zum Ausbau des Wintersportgebietes Wildewiese mit der Errichtung der ersten Skilifte 1957 wurde der alpine Skilauf auch im Sauerland zunehmend populär. Der SC betrieb vorübergehend einen eigenen Skilift in Sundern auf Allendorfs Kamp, Ende der 60-er Jahre auch an einem Übungshang in Röhrenspring.


In den 60-er Jahren machten sich jährlich begeisterte Skifahrer aus dem Raum Sundern zu gemeinsamen Skifahrten in die Alpen auf, u. a. in die Silvretta Skiarena. Daraus entstand der Plan, auch jugendlichen Mitgliedern eine alpine Skifreizeit zu ermöglichen. 1971 führte der Ski-Club unter der Leitung von erfahrenen Übungsleitern die erste alpine Skifreizeit für Jugendliche durch, die Unterbringung erfolgte in einer einfachen Pension bei Ischgl. Aufgrund der großen Nachfrage wurde 1977 das Konzept überarbeitet. Seitdem wird die Veranstaltung gemeinsam vom SC Sundern und der Ski-Gilde Stockum organisiert und die Anfahrt erfolgt nicht mehr, wie zuvor, in Privatwagen durch Eltern, sondern anfangs mit der Bundesbahn, später mit einem Omnibusunternehmen. Das Quartier ist seitdem auf der Bodenalpe mitten in der Skiarena Ischgl. Parallel steht seit 1981 eine zusätzliche Familienfreizeit in verschiedene Skigebiete der Alpen mit auf dem Programm. Diese Skifreizeiten erfreuen sich großer Beliebtheit.
Zum Training und auch als Vorbereitung für die Skifreizeiten setzt der SC im Winter bei ausreichender Schneelage einen Bus zum Flutlichtskilauf in Altastenberg, Winterberg oder Willingen ein.


Ab 1984 wurde mit großem Erfolg der erste Skibasar in der Marienschule durchgeführt. Die Skibörse diente in erster Linie dazu, gebrauchte Skisportausrüstungen besonders für Kinder und Jugendliche anzubieten und somit vielen Interessierten den Skisport finanzierbar zu machen. Ab 1991wurde dieses Projekt aufgrund nachlassender Nachfrage nur noch 2-jährlich angeboten und in den letzten Jahren ganz eingestellt.


Der Wunsch nach einer vereinseigenen Hütte als Ausgangspunkt für Skitouren sowie Wanderungen und andere Vereinsveranstaltungen bestand seit 1965. Bis dahin stand dem SC die zum Freizeitheim umgebaute ehemalige Schule in Klosterbrunnen zeitweilig zur Verfügung. 1972 entstand der Plan in Zusammenarbeit mit dem Schützenverein Röhrenspring eine Hütte zu erbauen. 1973 beschloss der Vorstand die Errichtung dieser Hütte in Eigenregie und 1975 konnte mit viel Idealismus und persönlichem Einsatz ein Fertigholzhaus in Röhrenspring eingeweiht werden, ein Meilenstein in der Geschichte des SC. Für einen Skidoo mit Loipenspurgerät erfolgte 1981 der Bau eines Geräteschuppens und 1982 konnten Grund und Boden der Skihütte käuflich erworben werden. Seitdem unterhält der Ski-Club die für jeden zugänglichen Loipen im Raum Röhrenspring. In den 70-er Jahren entwickelte sich Röhrenspring dadurch zu einem begehrten und stark frequentierten Langlauf-Skigebiet.


Weitere Sportangebote erweiterten das Angebot:
- ab 1976-1990 wurden regelmäßige Fußballturniere mit befreundeten Ski-Clubs durchgeführt
- die Gründung einer Basketball-Abteilung erfolgte 1996
- im Jahr 2000 wurde eine Inliner-Abteilung gegründet,
bereits 2001 erfolgte die 1. Teilnahme am WSV-Inliner-Cup und seit 2002 bietet der SC regelmäßiges Inlinertraining als Ganzjahresprogramm an. Hier ist besonders eine große Gruppe an Kindern und Jugendlichen aktiv. Mitglieder des Rennteams starten regelmäßig bei nationalen sowie internationalen Meisterschaften im In- und Ausland.
- seit einigen Jahren gibt es im SC zwei eigene Nordic-Walking-Gruppen
- Gründung der Mountainbike-Abteilung 2020; bereits zuvor seit Jahren Durchführung von wöchentlichen Trainingsfahrten sowie einer jährlichen Mehrtagestour.

Obwohl sich die Bedingungen für die Ausübung des Wintersports in all den Jahren deutlich verändert haben konnte unser Verein aktive und attraktive Sportarbeit leisten, ein erweitertes Spektrum an Sportarten anbieten und sich zu einem mitgliederstarken Verein entwickeln. Die vielfältige und rege sportliche und auch gesellige Tätigkeit über all die Jahre war nur möglich, weil sich immer wieder Idealisten gefunden haben, die sich z.T. mit viel persönlichem Engagement und Ideenreichtum für unsere sportliche Sache eingesetzt haben und einsetzen. An dieser Stelle sei allen, die bisher zur Entwicklung und zum Fortbestand unseres Ski-Clubs beigetragen haben, ganz herzlich gedankt. An alle Mitglieder möchte ich die Bitte aussprechen, auch in Zukunft zum Wohle des Einzelnen und der Gemeinschaft des Vereins in sportlicher Fairness, Freundschaft und Harmonie mitzuarbeiten.